Historie

 

Gründung des Leipziger-Feuerwehr-Verbandes (LFV) 

In dem wohl ältesten deutschen Landesgesetz, der „Kurfürstlichen Sächsischen Dorffeuerordnung“ vom Jahre 1775, war u.a. die Definition des gemeinen Feuergerätes, welches an bestimmten Standorten eines jeglichen Ortes aufgestellt und in Bereitschaft gehalten werden musste, festgeschrieben.
Hierzu gehörte unter anderem Spritzen, Wassereimer, Feuerhaken, Leitern und Schleifen mit dazu gemachten Fässern.
Jeder Nachbar war verpflichtet, außer einigen Leitern noch eine hölzerne Handspritze, eine taugliche Laterne, wenigstens einen ledernen Wassereimer und einige teils oben mit Reisig versehene, teils glatte Stangen zu Hause in Bereitschaft zu halten, ferner von Ostern bis Michaelis zwei Fässer mit Wasser gefüllt, das eine vor das Haus, das andere auf dem Boden des Hauses zu setzen.

Ausgehend von dieser Feuerlöschordnung wurden auch in den Ortsstatuten Regelungen zum Lösch- und Spanndienst getroffen. Es bildete sich bereits um 1800 Löschverbände, welche sich zum Kauf und Unterhaltung gemeinsamer Spritzen entschlossen.

In den Jahren um 1835 wurden diese Verbände konkretisiert und in den einzelnen Orten die unterschiedlichsten Aktivitäten eingeleitet. Wahrscheinlich erfolgte mit der Gründung der Berufsfeuerwehr Leipzig im Jahre 1865 auch die
Gründung des „Leipziger Feuerwehr-Brigade-Verbandes“. Bereits im Jahre 1867 gründete sich der Kreisfeuerwehrverband Chemnitz.
Auf Landesebene gründete sich im Jahr 1869 der „Landesverband Sächsischer Feuerwehren e.V.

Am 17. Januar 1892 gründete sich der „Leipziger-Feuerwehr-Verband (LFV)“.
Diesen traten fast alle Mitglieder des „Leipziger Feuerwehr-Brigade-Verbandes“ bei. Zwei Jahre späte wurde der Feuerwehr-Brigade-Verband aufgelöst.

Die Aufgaben des Leipziger-Feuerwehr-Verbandes bestanden u.a. in der Ausübung der Aufsicht über die Feuerwehren, er überprüfte Ausrüstung, Ausstattung sowie Ausbildung und Einsatzbereitschaft.
Auch zahlte er die sogenannten Spritzenprämien, diese betrug in der Regel 30,- Mark für die zuerst eintreffende Wehr an der Brandstelle bzw. für das erste zum Einsatz gebrachte Rohr.

1913 hatte der Verband bereits 1.903 Mitglieder aus insgesamt 53 Feuerwehren. In diesem Jahr wurde auch der 18. Deutsche Feuerwehrtag (Reichsfeuerwehrtag) in Leipzig abgehalten.
Im Laufe der Jahre wuchs der Verband mit seinen Aufgaben und Mitgliedern. Er kümmerte sich u.a. um die Ausbildung von Feuerwehrmännern auf dem Bereich der Elektrizität.
Auch die Anschaffung sowie der Einsatz und die Koordinierung von „Atomibilen- Feuerspritzen“ (Automobile Bezirksspritze) gehörte zu seiner Aufgabe.

Das Jahr 1927 bereitete den Verband schwere Sorge.
Hatte doch der Stadtrat der Stadt Leipzig die Auflösung der letzten Freiwilligen Feuerwehren beschlossen.
Versuche, diese Wehren in Samaritereinheiten zu wandeln, waren nicht von Erfolg gekrönt.
Im Jahre 1933 wurde aufgrund des Beschlusses der Reichsregierung das Wahlverfahren in den Freiwilligen Feuerwehren und deren Verbänden abgeschafft.
Die entsprechende Besetzung der Funktionen erfolgt durch die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde.
Die Vorsitzenden bzw. Kommandanten wurden jetzt „Feuerwehr-Führer“ genannt.

Das 38. Jahrestreffen im Juni 1936 fand in Lindenthal statt. Anlass war das 25 jährige Bestehen dieser Wehr.

Hauptthema war der organisatorische Neuaufbau der Freiwilligen Feuerwehren auf einer einheitlichen Grundlage.
Es war dringend erforderlich die Schlagkraft der Wehren zu erhöhen. In vielen Gemeinden werden motorisierte Geräte angeschafft.
Der politische Einfluss des NS-Regimes führte dazu, dass der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) im Juli 1936 seine Tätigkeit einstellt und auch in Folge verboten wurde.
Dies ist ein umfangreiches und interessantes Thema, bereits seit 1933 war der DFV immer mehr zur Passivität gezwungen.
Diese Problematik hatte auch Einfluss auf die Landesfeuerwehr- sowie Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände.

Obwohl in der Chronik nichts über die Auflösung des Leipziger-Feuerwehr-Verbandes zu finden ist, scheint eine Änderung bzw. Einstellung der Tätigkeit erfolgt zu sein.
In der Presse ist noch ein Bericht über eine Großübung der Samariter vom 28.August 1938 zu finden, welche unter der Leitung des „Kreisfeuerwehrverbandes“ stand.
Als angenommene Lage war ein „Fliegerangriff“ mit einer Vielzahl von Verletzten inszeniert wurden.
Im Anschluss sind noch viele Hinweise und Schulungen zum Thema „Luftschutz“ sowie „Brandbekämpfung von Phosphor“ zu finden. 

In der DDR gab es keine Feuerwehrverbände. Der Brandschutz war staatlich organisiert.
Jedoch Mitte der 80. Jahre gab es die ersten Initiativen zur Gründung ähnlicher Vereine oder Interessengemeinschaften.
Eine der ersten war die „AG Feuerwehrhistorik“, welche unter der Initiative des Kameraden Gerd Winkler aus Grethen stand.
Von der Leipziger Feuerwehr war der Kamerad Heinz Rudolph hier sehr engagiert sowie der Kamerad Jürgen Hahn.

Bereits im Herbst 1989 entstand auch der Gedanke zur Wiederbelebung des Verbandswesens in den Freiwilligen Feuerwehren. Die Gründungsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Leipzig Land fand bereits am 7. April 1990 in Markkleeberg statt.

Zur Gründungsversammlung des „Stadtfeuerwehrverbandes Leipzig e.V.“ am 12. September 1990 waren immerhin 41 Vertreter der unterschiedlichsten Feuerwehren der Stadt Leipzig anwesend.
So gab es doch zu diesem Zeitpunkt noch mehrere betriebliche FF, welche mit vertreten waren.
Auch war der damals zuständige Dezernent und Bürgermeister, Herr Gemko mit als Gast vertreten.
Dieser war für den Bereich der Feuerwehr sehr engagiert und sagte seine Hilfe und Unterstützung zu.

Als Vorstand wurden damals folgende Kameraden und Kollegen gewählt:

-      Herbert Müller zum Vorsitzenden.

-      Thomas Graupner zum Stellvertreter für örtliche FF.

-      Heinz Ziegler zum Stellvertreter für betriebliche FF.

-      Jochen John zum Geschäftsführer.

-      Annelie Füssel zum Kassierer.

-      Bernd Schmidt zum Schriftführer.

Die Gründungsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen e.V. fand am 29. September 1990, als 14 Tage nach der Gründung unseres Verbandes statt.
Hierbei unterstützten wir den Landesfeuerwehrverband Sachsen bei seiner Gründung von Anfang an.
Im Laufe dieser Jahre wurde unsere Satzung mehrfach geändert.
Wobei das wesentliche Anliegen sich wie ein roter Faden durch alle Satzungen zieht.
Ein wesentlicher Beschluss wurde jedoch in der letzten Änderung der Satzung am 08.10.2003 gefasst.

Wir haben den Namen „Leipziger Feuerwehrverband (LeFV)“  wieder angenommen.

 

Christian Hofmann

AG Historik

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